|
Die Lübbensteine, auf einer
Anhöhe vor den Toren der Stadt Helmstedt gelegen,
sind die bekanntesten vorgeschichtlichen Monumente
des Braunschweiger Landes. Die Großsteingräber
mit ihren ausdrucksstarken Steinen aus Knollenquarzit,
ihre freigestellte Lage auf dem St. Annenberg mit
weitem Blick in das Land zwischen Elm und Dorm schaffen
eine Atmosphäre, deren Reiz sich der Besucher
kaum entziehen kann.
Die Monumente sind im 4. Jahrtausend
vor Chr. von bäuerlichen Siedlern der Trichterbecherkultur
errichtet worden. Die Großsteingräber haben
in der Helmstedter Region ihr südlichstes Vorkommen
in Norddeutschland. Nur hier findet sich auch der
eigentümliche Knollenquarzit als Baumaterial.
Die Anlagen bestehen aus einer rechteckigen Grabkammer
mit einem gangartigen Zugang und einer Steinumfassung,
die ursprünglich einen Erdhügel über
der Kammer begrenzt hat.
Zwei Großsteingräber
sind auf dem St. Annenberg erhalten. Das nördliche
Grab ist in seiner steinernen Substanz nahezu vollständig
erhalten, während das südliche Monument
sehr viel stärker zerstört ist. Ihre jetzige
Aufstellung verdanken beide Anlagen einer Rekonstruktion
in den Jahren 1935/36, als umgestürzte Steine
wieder aufgerichtet und zerbrochene Decksteine geklammert
und wieder aufgelegt wurden. Aufgrund alter Aufzeichnungen
ist davon auszugehen, dass ursprünglich
sogar vier Gräber auf dem Bergrücken gelegen
haben und weithin sichtbar das Landschaftsbild prägten.
Großsteingräber waren der gemeinsame Bestattungsplatz
einer Siedlungsgemeinschaft, vermutlich einer Familie
oder Sippe (Kollektivgräber). Weiterhin sprechen
zahlreiche Hinweise dafür, dass die Gräber
heilige Plätze waren, an denen immer wieder Rituale
abgehalten wurden. Es waren vermutlich Versammlungsplätze,
an denen die Verbindung zu den Ahnen gepflegt wurde.
Der Bau solcher Monumente war nur in einer gemeinsamen
Anstrengung der gesamten Siedlungsgemeinschaft zu
leisten.
> Text der Informationstafel ...
|